Sonntag, 26. April 2009

Umweltschutz - Going Green

Erschienen im Newsletter "Kultur - Management - Politik", Raabe Verlag, September 2008
Während der Benzinpreis sich für die Verbraucher in den Vereinigten Staaten innerhalb des letzten Jahres verdoppelt hat, erreichte die Diskussion zum Thema Umweltschutz bisher unbekannte Dimensionen. Unter den Titeln "Green", "Sustainable", "Eco-friendly" werden Strategien zum Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften mit Resourcen auf breiterer Basis diskutiert als je zuvor. Diese "grüne" Welle hat auch die Kulturinstitionen erreicht.
Die Zeitschrift fuer die Nonprofit Welt "Chronicle of Philanthropy" widmete dem Thema im Juni den Titel "Going Green". Vorgestellt wurden Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs, Recycling von Büromaterial, die benzinsparende Fahrt zur Arbeit und die umweltverträgliche Instandhaltung von Gebäuden und Anlagen. Unter Managementaspekten wurde die Einbindung und Motivation der Mitarbeiter zu diesen Projekten erörtert.
Mitglieder der American Museum Association gründeten im Mai das Professional Interest Committee Green, die erste Neugründung in den letzten zehn Jahren. Die Arbeitsgruppe unterstützt durch Dialog, Datenaustausch, Fallstudien und Netzwerke "Grüne Initiativen" mit dem Ziel Umweltbewusstsein nachhaltig in der Organisationsentwicklung von Museen zu verankern.
Amerikanische Kulturinstitutionen sind auch beim Thema Umweltschutz projektbezogen auf staatliche Förderungen, die sogenannten "grants", und Förderungen durch Stiftungen angewiesen. Während die Informationsmöglichkeiten und Interessensgruppen zum Thema Umweltschutz täglich wachsen, sind die finanziellen Resourcen für Kulturinstitutionen zur Umsetzung von umweltfreundlichen Konzepten derzeit noch begrenzt. Da das Thema des Umweltschutzes auf Regierungsebene und in allen Bevölkerungsschichten intensiv diskutiert wird, kann damit gerechnet werden, dass auch die für Kulturinstitutionen zugänglichen finanziellen Mittel für diesen Bereich bald deutlich wachsen werden.
Im Alltag ist Mülltrennung ist in vielen amerikanischen Gemeinden noch keine Option und auch Regentonnen sind zum Beispiel weitgehend unbekannt. Umweltschutz ist in Deutschland, dem Land der staatlich subventionierten Solarzellen, der Abgasuntersuchung von Autos und der mehrfachen Mülltrennung weit fortgeschritten - eine gute Möglichkeit für deutsche Kulturschaffende sich mit amerikanischen Kollegen auszutauschen und erfolgreiche Konzepte aus Deutschland vorzustellen.

Social Networking

Erschienen im Newsletter "Kultur - Management - Politik", Raabe Verlag, Juli 2008
Viele amerikanische Kulturinstitutionen suchen die Begegnung mit jungen Menschen dort, wo sie einen Großteil ihrer Zeit verbringen – im Internet. Soziale Netzwerke bieten Privatpersonen und Organisationen Möglichkeiten, kostenlos Profile ins Internet zu stellen. YouTube, MySpace und Facebook sind beliebte Plattformen, auf denen kurze Videoclips, Podcasts und Informationen zu Institutionen und Events aufgeführt werden können. Im Unterschied zu herkömmlichen Internet-Seiten sind diese Seiten durch eine Vielzahl von speziellen Anwendungen interaktiv, wie etwa durch Live-Chat, E-mails, Videos, das Austauschen und Ergänzen von Dateien ("file sharing"), blogging und Diskussionsgruppen. Freunde und Fans werden automatisch über updates auf der Seite informiert. Unzählige Anwendungen und Designelemente, meist bereits in die jeweilige Plattform integriert und wiederum kostenlos zur Verfügung gestellt, ermöglichen eine individuelle Gestaltung des Profils.
Kulturinstitutionen können hier Inhalte einer Zielgruppe präsentieren, die sonst kaum über klassische Werbemaßnahmen zu erreichen ist. Auf den vorgestalteten Seiten können in einfachem technischen Rahmen Programm-Mitschnitte audio-visuell präsentiert werden, Diskussionsforen zu besonderen Themen eingerichtet und Feedback gesammelt werden. Das Ziel ist eine Gemeinschaft, die das Interesse an der Institution oder dem Programm verbindet, zu vernetzen. Dies kann eine durchaus gewünschte Eigendynamik entwickeln. Die Besorgnis vieler Kulturschaffender, dass Inhalte durch fremde Beiträge manipuliert und ein gewünschtes Diskussionsniveau nicht gehalten werden kann, hat sich bisher wenig bestätigt.Vielmehr bietet ein Forum die Möglichkeit für Interessierte, sich untereinander und mit der Kulturinstitution über ein Thema auszutauschen – und zwar weltweit.
Viele Institutionen, die unter Kostendruck stehen oder wenig Personal haben, engagieren Studenten, um die Websites der Institutionen in den jeweiligen Internet-Plattformen einzurichten, zu gestalten, zu pflegen und in enger Absprache mit den Mitarbeitern der Institution, weiter zu entwickeln. Eben Studenten waren die ursprüngliche Zielgruppe der Social Networking Sites und sie sind es auch, die häufig schon viel Erfahrung bezüglich der Gestaltung der Websites mitbringen, um diese fuer virtuelle Besucher – nicht nur jüngeren Alters – interessant zu machen.
Dass Kulturinstitutionen diesen Trend durchaus anführen können, zeigt die im Rahmen des 2008 MUSE Awards preisgekrönte Facebook Anwendung ArtShare, die von Mitarbeitern des Brooklyn Museum entworfen wurde.

Neuigkeiten zum Thema Soziale Netzwerke:
http://philanthropy.com/news/conference/9340/why-social-media-shouldnt-be-a-department

Internet-Spenden

Erschienen im Newsletter "Kultur - Management - Politik", Raabe Verlag, Mai 2008
Während die amerikanischen Präsidentschaftskandidaten bis zu 75% der Spenden für ihre Kampagnen über das Internet einwerben, liegt der durchschnittliche Anteil von Internet-Spenden am gesamten Spendenvolumen der Non-Profit Organisationen in den USA bei ca. 6%.
Für Kulturinstitutionen sind Internet-Spenden immer noch ein neues Feld, für das sich bisher noch keine "Best Practices" etabliert haben. Aus der Trendforschung lassen sich folgende Tendenzen ableiten:
Ein Zehntel aller Spender in den USA gibt über das Internet, dabei handelt es sich im Wesentlichen um junge, besser verdienende Menschen.
Zwei Drittel aller Internet-Spenden betragen weniger als $100
"Bequemlichkeit" ist der Grund, warum Spender den Weg über das Internet-Portal der Non-Profit Organisation suchen.
Ein Fünftel der Spender gibt an, als Reaktion auf eine Spendenaktion der Non-Profit Organisation zu handeln.
Die Gründe, nicht über das Internet zu spenden, lauten:
- Kein Internet-Zugang
- Die Organisation stellt keine Informationen zu Internet-Spenden bereit.
- Sicherheits-Bedenken.
Das Internet-Spendenportal ist eine kostengünstige Alternative, Kleinspenden einzuwerben. Wichtig ist, die Integration der Internet-Spenden in die allgemeine Fundraising- und Marketing-Strategie. Die Spender sollten bei jedem einzelnen Schritt der online-Transaktion an den Verwendungszweck der Spende erinnert werden; die junge Zielgruppe ist mit anderen Botschaften als der durchschnittliche, ältere Kulturnutzer und –spender zu erreichen.

Best Practice: Pay It Forward am Columbia Center for the Arts

                                                              Photo c redit : SCO City News Das Prinzip von Pay it Forward ist einfach u...