Montag, 28. September 2009

Kulturmanagement Jobboersen in den USA

Diese Woche erreichte mich eine Anfrage aus Kaiserslautern:
"Wie finde ich Kulturmanagement Jobs in den USA?"

Hier meine Antwort in Kuerze:
Die besten Jobboersen findet man auf den Seiten der Berufsverbaende z.B. American Museum Association, Opera America, League of American Orchestras. Das fuehrende Medium fuer Development (Fundraising) Jobs ist The Chronicle of Philanthropy. Aber auch Higher Education Jobs bietet eine gute Uebersicht.
Auf der Suche nach Kulturmanagement grundsaetzlich nach "arts administration" oder "arts management" suchen.
Im allgemeinen listen die meisten Organisationen ihre offenen Stellen auf ihrer Website unter "opportunities" oftmals in der Rubrik "about".

Also, viel Glueck und gerne beantworte ich weitere Fragen!

Mittwoch, 23. September 2009

Arts Organizations Going Green

Das Britische Kulturmanagement Magazin ArtsProfessional widmet den Titel seiner aktuellen Ausgabe dem Thema "Arts and Climate Change". In mehreren Artikeln wird die Rolle von Kulturinstitutionen als Konsumenten, Vorbild und Katalysator zum Thema Umweltschutz diskutiert. Lesen Sie in dieser Ausgabe meinen Bericht aus der US-Kulturmanagement Praxis "Going green" und welche Kulturinstitutionen den Oeko-Trend anfuehren. http://www.artsprofessional.co.uk/magazine/view.cfm?id=4634&issue=202 (freier Zugang fuer registrierte Leser inkl. kostenlosem Mini-Abo)

Montag, 14. September 2009

Hollywood feiert das Ehrenamt

61,8 Millionen US-Amerikaner (26.4% aller Erwachsenen) ueben eine gemeinnuetzige Taetigkeit aus. Praesident Obama nutzte die Begeisterung bei seinem Amtsantritt im Januar, um die Themen seiner Agenda darunter das Ehrenamt zu promoten. Jetzt kommt ein maechtiger Partner aus Hollywood zu Hilfe.
Vom 19. Oktober an wird die amerikanische Unterhaltungsindustrie das Ehrenmant, die freiwillige Mitarbeit an gemeinnuetzigen Zwecken, eine Woche landesweit auf dem Bildschirm ehren. Mit dem Ziel mehr Menschen fuer das Ehrenamt zu begeistern, widmen ueber 60 Sender dem Thema ihre Sendezeit in den unterschiedlichsten Formaten: Morgennachrichten, Seifenopern, Krankenhaus und Polizei Dramen, Komoedien, Reality TV und Talk Shows. Selbst die Verzweifelten Hausfrauen aus der Wisteria Lane werden auf den Plan gerufen und gruenden eine Nachbarschafts Selbsthilfegruppe, Motto "Hier wird aufgepasst".
Die Geschichten sind entweder in die Serien hineingeschrieben und die Charaktere arbeiten fuer existierende oder fiktive Organisationen oder es werden in den Talkshows und Nachrichten verschiedenste Menschen und ihre Mitarbeit portraitiert. In einer sogenannten "tagline" die dem Abspann folgt, werden Schauspieler zum Ehrenamt aufrufen. Das "tagging for causes", der Aufruf am Ende einer Sendung, wurde bereits im letzten Jahr zum Thema Umweltschutz erfolgreich in in Szene gesetzt. (Hier ist ein Zusammenschnitt von promo spots mit den Stars von "Gossip Girl" http://www.youtube.com/watch?v=ld4iVZAVsqc).
Die Initiative, die unter dem Titel "I Participate" laeuft, wurde von Hollywoods groesster gemeinnuetziger Organisation der Entertainment Industry Foundation ins Leben gerufen. Mit einem Vorstand aus Film, Fernsehen, Agenturen und Gewerkschaften sind hier Hollywoods Maechtigste am Werk. Hollywood als US-Amerikas groesstes Exportgut wird international rezipiert. Werden wir villeicht demnaechst Mutter Beimer, Stefan Raab, Lena Odenthal und Guenther Jauch bei Fuehrungen im Museum, Essensausgaben bei der "Tafel" oder Vorlesen fuer Kinder im Krankenhaus zusehen? Wuerde das unser Bild vom Ehrenamt, das in Deutschland oftmals als verstaubt und Beschaeftigung fuer Senioren gesehen wird, aufwerten?

Montag, 7. September 2009

Oper sucht den Superstar

Sind Sie auch auf der Suche nach neuem Publikum fuer die Oper? Hier ist eine Idee aus Cincinnati:
Die Cincinnati Opera gab puenktlich zum Festival Auftakt im Juni die Suche nach dem "Opera Idol™" bekannt (in Anlehnung an die amerikanische TV-Talentshow "American Idol", Titel dieses Eintrags in Anlehnung an die deutsche Ausgabe "Deutschland sucht den Superstar"). Jeder, der sein Operntalent unter Beweis stellen wollte, war eingeladen, vor Juroren der Oper, dem Opernstudio der Hochschule und Musikkritikern vorzusingen. 160 Personen jeglichen Alters mit und ohne Gesangsschulung folgten dem Aufruf. Auf die Buehne kam alles was unterhaelt "Billie Jean" als Arie, patriotische Lieder und Wagner in feinstem Deutsch. Die 2.719 Sitze eines Musical Theaters waren fuer das Halbfinale restlos ausverkauft. Das Publikum bestimmte 6 Finalisten aus deren Mitte ueber 10.000 Internet Waehler die Siegerin kuerten. Margeret Russo, Mutter aus einem Vorort von Cincinnati und Texterin eines Marketing Bueros, freut sich ueber einen bezahlten Gast-Auftritt in der naechsten Saison. Eine Kostprobe gab's schon in diesem Jahr als die Saengerin vor dem Saison Finale im ausverkauften Konzersaal eine Arie anstimmen durfte. Das ueberraschte Publikum freute sich mit der Saengerin. Ein bisschen "Paul Pott Romantik", viel lokale und nationale Presse, eine ausverkauftes Haus und tausende Fans zauberten auch ein Laecheln auf die Gesichter der Veranstaler.

Trend Watch Internet-Spenden

Erschienen im Newsletter "Kultur - Management - Politik", Raabe Verlag, Juli 2009
Während Kulturinstitutionen aller Disziplinen einen allgemeinen Rückgang an Spenden verzeichnen, hält ein Trend weiterhin stark an: Spendeneinnahmen über das Internet. Der Gesamtanteil von Internet-Spenden am Spendenvolumen liegt weiterhin unter 10%. Doch einer Studie des „Chronicle of Philanthropie“ zufolge ist das Volumen der Internet-Spenden im vergangenen Jahr um 28% gestiegen, bei social-profit (dieser Begriff ersetzt im folgenden den Begriff non-profit) Kulturinstitutionen sogar um weitaus mehr.
In der Praxis haben sich folgende Massnahmen beim Einwerben von Internet-Spenden als erfolgreich erwiesen:
Setzen von Deadlines in E-Mail Spendenaufrufen
Fragen nach kleinen Summen
Kombination von SMS und E-Mail Spendenaufrufen
Sponsoren senden einen Spendenaufruf an ihre eigenen Datenbank
Multimedia-Kampagnen: Soziale Netzwerke, Video, E-Mail und SMS
Obwohl alle Altersgruppen im Internet präsent sind, ist der durchschnittliche Internet-Spender relativ jung. Aus diesem Grund sind Spendenkampagnen, die diese Zielgruppe durch eine Kombination von Aufrufen durch „Neue Medien“ ansprechen besonders erfolgreich. Der neueste Fundraising Trend in den USA ist das Spenden übers Handy. Diese Methode wurde erstmals auf einer Sportveranstaltung (Superbowl) im Februar 2008 vorgestellt. Nach gut einem Jahr hat sich die Idee durchgesetzt und wird von Kulturinstitutionen aller Art mit stetig zunehmendem Erfolg sowohl bei Kunden als auch bei durch Permission-Marketing generierten Kontakten eingesetzt.
In Bezug auf das Spenden übers Handy hat man in Deutschland übrigens schon länger Erfahrung gesammelt: Der erste überaus erfolgreiche Massen-Spendenaufruf mit der Bitte via SMS zu spenden, fand in Deutschland 2004 zugunsten der Tsunami-Opfer statt.

Best Practice: Pay It Forward am Columbia Center for the Arts

                                                              Photo c redit : SCO City News Das Prinzip von Pay it Forward ist einfach u...