Mittwoch, 25. November 2009

Fotos Bitte!

Fotografieren im Museum, Ja oder Nein? Vielfach diskutiert von der New York Times bis zum Diskussionsforum der Amerikanischen Museum Association Museum-L listserv. In der Praxis hat sich bisher wenig geaendert.
Waehrend Museen mit vornehmlich interaktiven Ausstellungsstuecken wie z.B. Kinder- und Wissenschaftsmuseen locker mit Privataufnahmen im Ausstellungsraum umgehen, verfolgen insbesondere Kunstmuseen die strenge Ausfuehrung der "Zero-Picture-Policy". Die Gruende sind durchaus nachzuvollziehen.
Fuenf Gruende warum das Fotografieren in den meisten amerikanischen (und deutschen) Museen immer noch verboten ist:

1. Schutz des geistigen Eigentums
Museen sind durch verschiedenste Vertraege und das Gesetz, zum Schutz des geistigen Eigentums von Kuenstlern und Kreativen verpflichtet. Oftmals ist es einfacher, eine fuer alle Ausstellungsstuecke restriktive Regel zu vertreten.

2. Konservierung
Blitzlicht beschaedigt die Kunstwerke. Kuratoren argumentieren, dass eine hellere Beleuchtung, die Fotos ohne Blitzlicht ermoeglicht, den Kunstwerken auf Dauer ebenfalls schadet.

3. Einnahmen
Wenn die Besucher ihre eigenen Aufnahmen machen, kauft dann noch einer die Kataloge und Postkarten im Museumsshop?

4. Aesthetik
Fotografieren kann andere Besucher stoeren insbesondere Gruppenaufnahmen oder unangemessene Gesten (in der Antikensammlung).

5. Sicherheit
Mit Fotoapparat und Videokamera laesst sich ein Museum herrlich ausspionieren.

Nina Simon, die den fantastischen Blog Museum 2.0 schreibt, fuehrt in einem kuerzlich veroeffentlichten Artikel fuenf Grunde an, warum das Fotografieren in Museen gestattet sein sollte:

1. Besuchern Moeglichkeiten bieten
Solange die Sicherheit von Kunst oder Besuchern nicht gefaehrdet ist und kein illegales Verhalten ermutigt wird, sollten Museen Besuchern bekannte und bequeme Moeglichkeiten bieten, sich mit Kunst vertraut zu machen.

2. Teilnahme im Leitbild verankern
Wie kann sich ein Besucher als "Teilhaber" eines Museums fuehlen, wenn er als erstes gefragt wird, seine Kamera (Handy) wieder einzustecken?

3. Erinnerungen schaffen
Studien zeigen, dass persoenliche audio und visuelle Aufnahmen helfen, Erlebnisse
und Inhalte besser zu erinnern.

4. Persoenliche Erinnerungen
Mutti zu Fuessen der Nike - Wer eine meisterhafte Aufnahme der Skulptur will, wird diese immer noch im Museumsshop kaufen.

5. Bilder veroeffentlichen
Ist es tatsaechlich so schlimm, wenn jemand seine Fotos aus dem Museum auf flickr einstellt? Ist das nicht die Form von authentischem Maketing, die sich jeder Kulturmanager wuenscht? Und wie wiegt man den etwaigen Verlust von Postkartenverkaeufen gegen die durch flickr Fotos gewonnene Kunden auf?

Mir scheint eine grosszuegige Fotoregelung wegweisend fuer eine besucherorientierte Institution und aktive Besucherteilnahme. Was sagen Sie dazu?

Freitag, 13. November 2009

Statistik

Amerikanische Kulturinstitutionen versuchen alles: Twitter, Facebook, YouTube und mehr. Der Grund: Millionen Menschen sind schon dort.

- 4/5 aller US-Amerikaner sind in digitalen sozialen Netzwerken aktiv
- Facebook ist mit 250 Millionen Nutzern das viertgroesste Land der Welt
- dessen "Bewohner" 4 Milliarden Minuten am Tag auf Facebook verbringen
- 50% aller Facebook Nutzer checken ihren Status mindestens einmal am Tag
- 30% aller Facebook Nutzer sind in den USA

Internet-Nutzer
- Kreative (24%) erstellen und veroeffentlichen von Informationen
- Kritiker bewerten und rezensieren von Inhalten
- Sammler tagging und organisation z.B. von links und gruppen
- Mitmacher(50%) Mitglied in sozialen Netzwerken
- Beobachter lesen Blogs, gucken videos
- Inaktive (18%) keine Teilnahme

Teenager lieben Facebook und SMS. Die Zahl der 18-24 bei Twitter steigt, seitdem amerikanische Starts wie Britney Spears, Ashton Kutcher und Miley Cyrus das Tweeden fuer sich entdeckt haben.

- Facebooks Nutzer sind meist weiblich und ueber 35
- Twitters ca. 30 Millionen Nutzer sind zumeist maennlich
- MySpace hat eine junge Zielgruppe von Tweens
- LinkedIn wird hauptsaechlich als Business Netzwerk genutzt
- Second Life hat ein wenig von seinem Glanz verloren und die Nutzerzahl sinkt

Welches ist Ihre Zielgruppe? Haben Sie das ideale Netzwerk gefunden?

Best Practice: Pay It Forward am Columbia Center for the Arts

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